Newsletter Juli/August 2020

Liebe Vereinsmitglieder,

die Corona-Pandemie bestimmt weiterhin unsere Aktivitäten im Verein. Wir haben daher alle Veranstaltungen, die geplant waren abgesagt. So fielen das Sommerfest und die Betriebsbesichtigung der Imkerei Seip leider aus. Es ist abzuwarten, ob wir im Herbst  noch Veranstaltungen durchführen können.

Behandlungsmittel

Wir erinnern noch einmal, dass wir zu sehr günstigen Preisen Ameisensäure und Oxalsäure gekauft haben. Noch gibt es Vorräte, die abgerufen werden können.

Ameisensäure 60% 1l zum Preis von 6,50 €
OXUVAR 5.7% 1000ml zum Preis von 22,00 € (für 40-50 Völker)
OXUVAR 5.7% 275ml zum Preis von 7,50 € (für 10-15 Völker)

Der Ansprechpartner dafür ist Nikolai Klassen, unser 2. Kassierer. Ihr könnt Kontakt zu ihm per Mail (bestellung@imker-giessen.de) aufnehmen.

Neuimkerkurs

Unser Neuimkerkurs findet weiterhin nur über Videokonferenz statt, die Praxisausbildung kommt daher leider zu kurz. Am 15.8. haben wir den 6. und letzten Theoriekurs. Einige Praxisteile haben Barbara Marzell und Nikolai Klassen am neuen Lehrbienenstand unter Beachtung der Coronabedingungen in kleinen Gruppen durchgeführt.

Aufbau Lehr- und Ausbildungsimkerei

Hier geht es mit großen Schritten voran. Der Bienenstand ist nun voll bestückt. Wir hatten dieses Jahr viele Schwärme und konnten so auf unserem Lehrbienenstand insgesamt 5 Dadantvölker und 5 Zandervölker aufstellen. Hinzu kommen noch einige Ableger.

Der Schleuderraum ist inzwischen gefliest, hier haben Martin Lang und unser 1. Vorsitzender tatkräftig Hand angelegt.

Die Einrichtung des Schleuderraums wird in Kürze fertiggestellt, das Mobiliar ist bereits angeschafft. Auch ein weiterer Raum für die Unterbringung und Lagerung unserer Vereinssachen ist fertiggestellt. Auch der Außenseminarraum ist bereits soweit eingerichtet, dass er bereits genutzt werden kann.

Förderprogramme

Für den Aufbau unser Lehr- und Ausbildungsimkerei haben wir eine Unterstützung von 500,-€ aus Lottomitteln vom Ministerium für Umwelt, Klimaschutz Landwirtschaft und Verbraucheschutz erhalten.

Die LAG Region GießenerLand e.V. fördert uns als Wettenberger Verein mit fast 3000,-€ . Es werden damit 80% der Kosten für einen Mittelwandwalzarbeitsplatz unserer Lehr- und Ausbildungsimkerei übernommen.

Mit diesem Arbeitsplatz können kleine Mengen an Wachs zu Mittelwänden im DN-, Zander- und Dadantmaß umgearbeitet werden. In der Zeitschrift Deutsches Bienen Journal 2/2020 wurde dieser Arbeitsplatz vorgestellt. Wir werden hoffentlich im Herbst Schulungen an diesem Arbeitsplatz in Wettenberg durchführen.

Neues Vereinsgelände

Das neue Vereinsgelände wurde noch wenig genutzt. Wie berichtet, können dort Neuimker betreut ihr erstes Volk aufstellen, wenn sie noch keinen eigenen Standplatz haben. Es besteht auch die Möglichkeit, vorübergehend ein Volk oder Ableger hier unterzubringen, wenn man keinen Ausweichbienenstand hat. Per Mail können dazu Anfragen über info@imker-giessen.de gestellt werden.

Kündigung des Vereinsheims

Wir haben unser Vereinsheim, wie in der Jahreshauptversammlung beschlossen, zum 31.12.2020 gekündigt. Anfang Juli fand eine Begehung mit der Leitung des Liegenschaftsamts statt. Vorher haben wir eine Ausräumaktion durchgeführt. Alle brauchbaren Sachen wurden in unseren Vorratsraum der Lehr- und Ausbildungsimkerei gebracht. Ein großer Berg Müll muss allerdings noch entsorgt werden. Vom Liegenschaftsamt haben wir die Auflage bekommen, das Vordach samt Unterbau und den Bienenstandanbau zu entfernen.

Apfeltag 2020

Apfeltag soll, wenn Corona es zulässt, am Sonntag, den 13.09.2020 in der Zeit von 12-18 Uhr auf dem Gelände die Hardtgärten der IJB stattfinden. Hier befindet sich auch die Lehr- und Ausbildungsimkerei unseres Vereins. Wir werden uns dort ebenfalls präsentieren. Dann besteht für alle auch die Möglichkeit sich vor Ort den Lehr- und Ausbildungsbienenstand sowie die Räumlichkeiten unseres Vereins anzusehen.

Wir wünschen allen noch erholsame Sommertage und bleibt gesund.

Mit imkerlichen Grüßen

Konrad Ansorge (1.Vors.) und Björn Fernhomberg (2.Vors.)

Sandbienenkolonie auf dem Kinder- und Jugendbauernhof der IJB

Abb. 1: Sandhaufen, in dem sich die Kolonie ansiedelte!

Auf dem ehemaligen Firmengelände der Baufirma Ludwig Schneider entsteht auf 17.000m² ein Kinder- und Jugendbauernhof, die Hardtgärten.

Hier entsteht auch die Lehr- und Ausbildungsimkerei unseres Imkervereins Gießen e.V.

Es ist schon viel geschehen. Viele Projekte sind angelaufen. Zu Ostern haben die Schafe Jungtiere geboren, die Lehr- und Ausbildungsimkerei ist weiter im Ausbau und die Feld- und Gartenarbeiten machen große Fortschritte. Und nun die große Überraschung:

Abb. 2: Vor den Eingängen der Legeröhren ist der von den Sandbienen herausgeschffte Sand gut erkennbar.

Mitten im Hof lagerte ein großer Sandhaufen, der mit einem Schaufelradlader versetzt werden sollte. Dabei entdeckte Thomas Höke, Ausbildungsmeister der IJB, dass sich eine große Sandbienenkolonie in dem Sandhaufen angesiedelt hat.

Abb. 3: Sandbiene beim Neugraben einer Legeröhre
Abb. 4: Detailansicht der Sandbiene

Auf Anraten unseres 1. Vorsitzenden wurde der Sandhaufen abgesperrt, um die Kolonie nicht zu gefährden.

Imkerausbildung in Zeiten der Corona-Pandemie

Der Imkerverein Gießen e.V. führt auch dieses Jahr wieder einen Neuimkerkurs durch. 30 Teilnehmer*innen haben sich angemeldet, sie wollen auch gleich in diesem Jahr in die Imkerei einsteigen. Damit das auch gelingt haben wir ein umfassendes Programm für die Neuimker aufgelegt.

Die theoretische Unterweisung sollte über das Jahr verteilt in Wettenberg stattfinden. Die Räumlichkeiten stellt die Gemeinde unserem Verein kostenlos zur Verfügung. Die Praxis soll am neuen Lehr- und Ausbildungsbienenstand in Gießen stattfinden. Dazu ist unser Verein und die IJB (Gesellschaft für Integration, Jugend und Berufsbildung mbH) eine Kooperation eingegangen. Auf dem Kinder- und Jugendbauernhof der IJB, der gerade auf dem ehemaligen Firmengelände der Baufirma Ludwig Schneider – Die Hardtgärten – entsteht, richtet der Imkerverein Gießen e.V. den Lehr- und Ausbildungsbienenstand ein. Vereinsbienenstöcke, ein Außenseminarraum, ein Schleuderraum mit der Möglichkeit zur Wachsverarbeitung und allen imkerlichen Ausbildungsutensilien sind dort gerade im Auf- und Ausbau.

Bienenvölker befinden sich im März/April im „Umbruch“ ihrer Entwicklung, sie durchlenzen. Die Völker verstärken ihre Brutaktivität, damit zur beginnenden Frühtracht neue Bienen in großer Zahl vorhanden sind. Das ist eine entscheidende Phase für den Aufbau eines gesunden und starken Bienenvolks.

Gerade jetzt brauchen die neuen Imker*innen eine gute Anleitung und Ausbildung. Davon hängt der Erfolg für die Imkerei in diesem Jahr ab. Durch die Corona-Pandemie drohte die Ausbildung der Neuimker*innen zu scheitern. Seminarveranstaltungen und praktisches Arbeiten an den Bienenvölkern mit einer größeren Gruppe können jetzt nicht stattfinden. Was tun, um Bienen gut ins neue Jahr zu führen?

Kurz entschlossen hat das Ausbilderteam entschieden (Barbara Marzell, Björn Fernhomberg, Nokolai Klassen, Ansgar Dorenkamp und Konrad Ansorge), den Lehrgang erstmals am Samstag, den 21.3.2020 per Videokonferenz durchzuführen. Unter der Moderation von Barbara Marzell haben Björn Fernhomberg und Ansgar Dorenkamp ihre Präsentationen so aufgearbeitet, dass sie Online gehalten werden konnten. Technische Probleme galt es zu bewältigen! Pünktlich um 9 Uhr loggten sich dann nacheinander 27 Teilnehmer*innen in den virtuellen Meetingraum ein. Nach anfänglichen Verbindungsschwierigkeiten gelang es aber, das Onlineseminar erfolgreich durchzuführen. Die Videokonferenz dauerte 4 1/2 Stunden, in der mit ca. 120 Folien das grundlegende Wissen für die Frühjahresarbeit an den Bienenvölkern vermittelt wurde. Die Teilnehmer stellten dabei viele Fragen und waren sehr zufrieden, dass sie trotz der sich rasant ausbreitenden Corona-Pandemie so viel Unterstützung für ihr imkerliches Arbeiten erhalten haben.

Der Screenshot zeigt ein Beispiel, wie die Teilnehmer*innen zuhause auf Ihren PC’s, Tablets oder Smartphones die Präsentationen per Videokonferenz verfolgen und sich sogar mit Fragen in den Lehrgang einbringen konnten.

Der Vortrag von Prof. Dr. Menzel am 8.9.2019 war ein großer Erfolg!

Etwa 160 Teilnehmer*inen waren am Sonntagnachmittag zu dem Vortrag von Prof. Menzel gekommen. Mit großem Interesse verfolgten die Anwesenden den spannenden und interessant vorgetragenen Ausführungen.
Im Anschluss an den Vortrag wurden viele Fragen an den Referenten zu den verschiedensten Themenbereichen gestellt. Prof. Menzel hat sich sehr über das große Interesse der Teilnehmer*innen gefreut.

Die Krofdorfer Buchhandlung Büchertreppe verkaufte im Anschluss an die Veranstaltung das Buch von Prof. Menzel. Das Angebot nahmen viele Teilnehmer*innen wahr und ließen sich das Buch von ihm persönlich signieren.

Neues Vereinsgelände zwischen Ludwig Schneider Weg und Heuchelheimer Straße hinter der Baumschule Engelhardt

Nun ist es soweit! Gut ein Jahr hat es gedauert von den ersten Verhandlungen mit der Stadt Gießen bis zur Einzäunung  des neuen Vereinsgeländes. Nachdem wir im letzten Jahr den 1. Neuimkerkurs im Verein eigenständig durchführten, entwickelte sich der Wunsch nach einem zentral gelegenem und verkehrstechnisch gut erreichbaren Vereinsgelände, auf dem ein Bienenstand aufgestellt werden könnte. Das Vereinsheim in Allendorf ist für diese Zwecke ungeeignet. Die Gespräche mit der damaligen Bürgermeisterin Frau Weigel-Greilich und unserem Verein wurden von Konrad Ansorge, unserem 2. Vorsitzenden, koordinierend geführt. Im Verlauf der vielen Verhandlungen waren besonders noch Björn Fernhomberg und Dr. Giuseppe Bosco aus unserem Verein mit eingebunden. Von Seiten der Stadt Gießen erweiterte sich der Kreis um Vertreterinnen des Liegenschaftsamtes, besonders der Amtsleiterin, Frau Heye und dem Leiter des Gartenamts, Herrn Wiemer.

Nach mehreren Ortsterminen verschiedener in Frage kommender Gelände entschied sich der Vorstand für das Gelände direkt hinter der Baumschule Engelhardt. Es liegt parallel zur Heuchelheimer Straße an dem Verbindungsweg zwischen dem Ludwig-Schneider-Weg und der Paul-Zipp-Straße. Das Gelände umfasst ca. 1100 m², ist ca. 70 m lang und hat einen alten Baumbestand. Nachdem das Gelände jetzt vermessen wurde, konnten wir es nun einzäunen und damit nutzbar machen. Dabei haben uns Eckhard Kegelmann und Oliver Gast aus unserem diesjährigen Neuimkerkurs tatkräftig mit professionellem Equipment ihrer Firma unterstützt. Dafür an dieser Stelle nochmals ganz herzlichen Dank.

Für die Nutzung ist beispielsweise betreutes Imkern für eine begrenzte Zeit sowie für kurzfristiges Aufstellen von Ablegern u. ä. angedacht. Weiterhin denken wir daran, das Gelände als insektenfreundliches Gelände zu gestalten. Hier haben wir bereits Kontakt zu Frau Schwarzer, der Inhaberin der Baumschule Engelhardt, aufgenommen. Frau Schwarzer hat sich bereit erklärt in unserem Verein über insektenfreundliches Gärtnern einen Vortrag zu halten. Das neue Gelände bietet viele Möglichkeiten und damit auch Entwicklungspotential für die Zukunft unseres Vereins. Ideal ist auch, dass das Gelände nur wenige 100 Meter von der neuen „Jugendfarm“ der IJB (Gesellschaft für Integration, Jugend und Bildung) entfernt ist. Dort entsteht gerade ein Lehr- und Ausbildungsbienenstand in Kooperation zwischen der IJB und unserem Verein.

Erfolgreicher Neuimkerkurs des Imkervereins Gießen e.V.

Der Imkerverein Gießen wurde von dem großen Interesse am derzeit laufenden Anfängerkurs für Imker angenehm überrascht: Zu dem ersten Schnuppertermin im März kamen 52 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, von denen sich 45 entschieden, in den kommenden Monaten das nötige Grundwissen für die Bienenhaltung zu erwerben. Inzwischen haben bereits vier der insgesamt sechs Kurstermine stattgefunden. Wenn es das Wetter zulässt, werden die theoretischen Grundlagen anschließend in der Praxis am Bienenstand in die Tat umgesetzt. Zentrales Thema von der Anschaffung der Bienenbehausungen über regelmäßige Kontrollen bis hin zur Völkervermehrung ist immer wieder die Gesundheit der Bienen. Verschiedene Referenten aus dem Imkervereins unterrichten den Kurs mit ihrem Wissen, Erfahrungen, Tipps und Tricks aus ihrer Imkerei. Offensichtlich ist es ihnen gelungen, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Bienenhaltung zu begeistern, denn die meisten imkern inzwischen selbst, während andere konkret die Anschaffung von Bienen planen. Die Zusammensetzung des Kurses spiegelt den Trend der modernen Imkerei wieder: Der Anteil der Frauen und jungen Leute nimmt weiter zu, Firmen halten Bienen auf dem Betriebsgelände, die von dem Kollegium betreut werden, und das Interesse an der Natur ist ein Hauptmotiv für die Imkerei.